Gold der Akan

Als Kontrapunkt zur zeitgenössischen Kunst versteht sich die künstlerisch und ethnologisch einzigartige Sammlung afrikanischen Goldes, die von 2008 bis 2015 in einem eigens dafür entwickelten Annex unter der Erde besichtigt werden konnte.

Die in ihrem formalen Reichtum und der Expressivität ihres Ausdrucks überzeugenden Goldobjekte sind historisch und künstlerisch bedeutende Zeugnisse verschiedener Stämme der ethnischen Gruppe der Akan, die in Westafrika – in Gebieten der südlichen Hälfte von Ghana sowie im Südosten der Elfenbeinküste – leben. Die rund 600 Schmuck- und Kultobjekte, die überwiegend den Königsstämmen der Ashanti, Baule und Fante zuordenbar sind, stammen zum Großteil aus dem 19. und 20. Jahrhundert, einzelne Stücke sind aber weitaus älter. Im Hinblick auf die Grundformen geometrischen Gestaltens und elementarer Figürlichkeit bietet die Schau viele aufschlussreiche Vergleichsmöglichkeiten zur Moderne.

Die Exponate der Sammlung Liaunig, die alle wichtigen Objekttypen der Akan-Kunst enthält, zeigen höchstes handwerkliches Können – etwa äußerst fein und filigran gearbeitete Wachsfadentechnik – in Verbindung mit höchster ästhetischer Qualität. Sie geben Einblick in die Kunst und Kultur an den Königshöfen der Akan und bilden eine der weltweit größten Sammlungen dieser Art. Vergleichbar umfangreiche Sammlungen gibt es nur noch im British Museum in London, dem Museum of Fine Arts in Houston und dem Gold of Africa Museum in Kapstadt.

Doran H. Ross und Georg Eisner arbeiteten die Sammlung in dem 2008 veröffentlichten Katalog "Gold der Akan" wissenschaftlich auf.