Saisonstart im Museum Liaunig am 26. April 2026
Das Museum Liaunig bietet weit mehr als beeindruckende Architektur und Kunst – es ist ein lebendiger Ort der Begegnung und des kulturellen Dialogs in Südkärnten. Abseits urbaner Zentren gelegen, zieht es jedes Jahr vom Frühling bis in den Herbst Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an.
Nach der Winterpause öffnet das Museum am 26. April 2026 wieder seine Türen und startet mit 7 Ausstellungen und einem inhaltlichen Schwerpunkt auf Skulptur, Plastik und Objekt in die neue Saison:
Im Zentrum steht die Hauptausstellung "(K)ein Begriff. Skulpturales aus der Sammlung Liaunig", in der sich Kuratorin Alexandra Schantl mit den Entwicklungen innerhalb der Skulptur seit 1945 auseinandersetzt.
Zwei wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Programm: In der ersten stellt das Künstlerpaar Elisabeth Trenkwalder (*1961) und Elmar Trenkwalder (*1959) bis 19. Juli monumentale Keramikskulpturen großformatigen Malereien gegenüber. Ab 1. August ist das umfangreiche Schaffen des konkreten Künstlers Hellmut Bruch (*1936) in einer Retrospektive anlässlich seines 90. Geburtstags zu sehen.
Weitere Akzente setzen die Fotografien von Walter Schramm (*1941) im Grafiktrakt des Museums und die Arbeiten des Bildhauers Robert Tauber (*1936) im Skulpturendepot. Die Ausstellung wird am 21. Juni zum Klangraum: Karlheinz Essl (*1960) präsentiert seine Performance „Zu.Schreibung“.
Auch in den historischen Sammlungspräsentationen kommt es zu einem Wechsel: Nach Stationen in Deutschland und Spanien kehrt die afrikanische Sammlung „Das Gold der Akan“ zurück nach Neuhaus. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst sind dekorierte Gläser von der Renaissance bis zum Biedermeier und seltene, noch nicht gezeigte Portraitminiaturen zu sehen.
Der Skulpturenpark, der bei schönem Wetter zum Spaziergang einlädt, wurde um Werke von Tony Cragg (*1949) und Bernhard Luginbühl (1929–2011) erweitert.
Kuratorinnenführung mit Alexandra Schantl
So.
26. April 2026, 11 Uhr
Anlässlich der Saisoneröffnung laden wir sehr herzlich zum Rundgang durch die Ausstellung "(K)ein Begriff" ein: Alexandra Schantl gibt Einblicke in die Konzeption der umfangreichen Schau und stellt einzelne künstlerische Positionen vor.
Teilnahme an der Führung mit gültigem Museumsticket. Wir bitten um Anmeldung unter office@museumliaunig.at oder 04356 211 15.
Ausstellungssaison 2026
"(K)ein
Begriff. Skulpturales aus der Sammlung Liaunig"
Hauptausstellung
∙ 26. April bis 31. Oktober 2026
"Elisabeth und Elmar Trenkwalder – Bilder und Skulpturen"
Erste Sonderausstellung ∙ 26. April
bis 19. Juli 2026
"90 Jahre Hellmut Bruch - Vom Elementaren zum Offenen"
Zweite Sonderausstellung ∙ 2. August
bis 31. Oktober 2026
"Robert Tauber – Dem Raum zugeschrieben"
Skulpturendepot ∙ 26. April
bis 31. Oktober 2026
"Kunst im
Dialog – Walter Schramm Fotografien"
Grafiktrakt
∙ 26. April bis 31. Oktober 2026
"Das Gold der Akan"
"Gläser von 1500 bis 1850"
"Portraitminiaturen III"
Historische Sammlungspräsentationen
26. April bis 31. Oktober 2026
Museum Liaunig
26. April bis 31. Oktober 2026 '
Mittwoch bis Sonntag ∙ 10 bis 18 Uhr
9155 Neuhaus 41 ∙ +43 4356 211
15
office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at
Pressekontakt
SKYunlimited | Mag. Sylvia Marz-Wagner MAS
sylvia.marz-wagner@skyunlimited.at | 0699
16448001
Alexandra Schantl
Foto: Walter Schramm
Presseinformation und -fotos
Das Museum Liaunig präsentiert mit "(K)ein Begriff – Skulpturales aus der Sammlung Liaunig" eine umfassende Ausstellung zur Entwicklung und Erweiterung des Skulpturbegriffs seit 1945.
In den Mittelpunkt stellt Kuratorin Alexandra Schantl die Frage, was Skulptur heute bedeutet, nachdem sich der Begriff seit den 1960er-Jahren grundlegend gewandelt hat. Bereits seit den Readymades von Marcel Duchamp und den theoretischen Überlegungen von Rosalind E. Krauss gilt Skulptur als ein offenes Feld, das längst nicht mehr nur klassische dreidimensionale Objekte, sondern unterschiedlichste Materialien, Medien und Ausdrucksformen umfasst.
Die Ausstellung nähert sich diesem erweiterten Verständnis von Skulptur aus einer entwicklungsgeschichtlichen Perspektive und zeigt über 200 Werke – Skulptur, Plastik, Objekt, berücksichtigt aber auch die Flächenkünste, insbesondere die Zeichnung – von rund 100 Künstler*innen. Den Auftakt bilden zentrale Vertreter der österreichischen Skulptur nach 1945, darunter Fritz Wotruba und Künstler*innen aus seinem Umfeld, die sich intensiv mit der menschlichen Figur auseinandersetzten. Ergänzt wird dieser Fokus in der nordseitigen Hälfte der Halle durch Arbeiten, die das Figurative erweitern, hinterfragen oder ganz neue formale Wege einschlagen.
Im weiteren Verlauf treten prägende Einzelpositionen und innovative Ansätze in den Dialog: von körperbezogenen Arbeiten und partizipativen Konzepten bis hin zu skulpturalen Denkmodellen. Auch die Schnittstellen zu Architektur, Performance und Fotografie werden ausgelotet, wodurch die Vielschichtigkeit des Begriffs deutlich wird.
Der südseitige Teil der Ausstellung widmet sich verstärkt dem Material und der Auflösung klassischer Gattungsgrenzen. Sprache wird in den Raum übertragen, textile Arbeiten eröffnen neue Perspektiven auf Alltagsmaterialien, und Papier, Holz sowie industrielle Werkstoffe werden in überraschender Weise transformiert. Dabei entstehen Werke, die sich zwischen Skulptur, Malerei und Zeichnung bewegen oder diese Kategorien bewusst unterlaufen.
Im abschließenden Abschnitt rückt das Immaterielle in den Fokus: Linien, Schatten, Spiegelungen und Leerstellen definieren hier das Skulpturale neu und verweisen auf dessen illusionistisches und konzeptuelles Potenzial.
Die Ausstellung "(K)ein Begriff" zeigt eindrucksvoll die Bandbreite und Offenheit eines künstlerischen Begriffs, der sich kontinuierlich erweitert und sich zugleich einer eindeutigen Definition entzieht.
Gezeigt werden Arbeiten der folgenden Künstler*innen: Joannis Avramidis, ONA B. (Susanne Kibler), Alfredo Barsuglia, Josef Bauer, Wolfgang Becksteiner, Wander Bertoni, Canan Dagdelen, Willi Dorner, Otto Eder, Lorenz Estermann, Gerda Fassel, Judith Fegerl, Johann Feilacher, Jenny Feldmann, Tone Fink, Judith P. Fischer, Herbert Flois, Andreas Fogarasi, Padhi Frieberger, Heinz Gappmayr, Bruno Gironcoli, Roland Goeschl, Herbert Golser, Dorothee Golz, Birke Gorm, Franz Graf, Helmuth Gsöllpointner, Alfred Haberpointner, Heidi Harsieber, Fritz Hartlauer, Julia Haugeneder, Julie Hayward, Katharina Heinrich, Rudolf Hoflehner, Gerhard Kaiser, Michael Kienzer, Katharina Kleibel, Cornelius Kolig, Arthur Kostner, Hubert Kostner, Eric Kressnig, Hans Kupelwieser, Maria Lassnig, Marianne Maderna, Manfred Makra, Valerie Messini, Damjan Minovski, Gerhardt Moswitzer, Matt Mullican, Oswald Oberhuber, Franz Xaver Ölzant, Fritz Panzer, Helga Philipp, Franz Pichler, Walter Pichler, Josef Pillhofer, Klaus Pinter, Ingeborg G. Pluhar, Karl Prantl, Hannes Priesch, Claus Prokop, Lisa Rastl, Christiane Reiter, Erwin Reiter, Werner Reiterer, Frenzi Rigling, Meina Schellander, Eva Schlegel, Walter Schmögner, ManfreDu Schu, Fabian Seiz, Zbyněk Sekal, Steinbrener/ Dempf & Huber, Fritz Steinkellner, Oswald Stimm, Erwin Thorn, Jochen Traar, Andreas Urteil, Walter Vopava, Manfred Wakolbinger, Paul Wallach, Uta Weber, Walter Weer, Lois Weinberger, Clemens Weiss, Franz West, Markus Wilfling, Fritz Wotruba, Reimo Wukounig, Erwin Wurm, Regina Zachhalmel, Tilmann Zahn und Leo Zogmayer.
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit Texten von Alexandra Schantl und zahlreichen Ausstellungsansichten sowie Werkabbildungen (ISBN 978-3-9506075-0-5).
„(K)ein Begriff. Skulpturales aus der
Sammlung Liaunig“
Kuratorin: Alexandra
Schantl
26. April bis 31. Oktober 2026
Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15
office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at
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Elisabeth und Elmar Trenkwalder entfalten in der dreieckigen Sonderausstellungshalle einen eindrucksvollen künstlerischen Kosmos zwischen Realität und Imagination. Ausgehend vom Realen schaffen sie Werke, die als bewusste Überschreitung unserer Wirklichkeit verstanden werden können.
Die monumentalen Skulpturen Elmar Trenkwalders (1959) beeindrucken durch ihre opulente Formensprache und eine kraftvolle, detailreiche Rhythmik. Organische und architektonische Elemente verschränken sich zu dynamischen Gebilden, die trotz ihrer Massivität in ständiger Bewegung zu sein scheinen. Symmetrie dient dabei als zentrales Ordnungsprinzip, wird jedoch bewusst gebrochen und in ein spannungsreiches Gleichgewicht überführt. Farbe, Licht und Raum wirken wesentlich an der Erscheinung der Arbeiten mit und lassen sie je nach Perspektive immer wieder neu erfahrbar werden.
Auch in der Malerei von Elisabeth Trenkwalder (1961) spielt das Ornament eine tragende Rolle. In komplexen, häufig symmetrisch angelegten Bildkompositionen verdichten sich Natur-beobachtungen, Erinnerungen und innere Bilder zu vielschichtigen, oft kathedralenartig anmutenden Räumen. Ihre fein abgestimmte Farbpalette erzeugt sowohl zarte Übergänge als auch kraftvolle Kontraste und eröffnet Bildwelten zwischen organischer Erdung und traumhafter Entrücktheit.
Beide Positionen verbindet ein künstlerischer Ansatz, der zwischen Intuition und Struktur, Kontrolle und Offenheit oszilliert. Ihre Werke greifen archetypische Bildformen auf und transformieren sie in eine eigenständige, zeitgenössische Formensprache. Dabei entsteht ein Spannungsfeld aus Ordnung und Ekstase, das den Betrachter in sinnlich dichte, vieldeutige Erfahrungsräume führt.
Die Ausstellung macht die außergewöhnliche Intensität und Eigenständigkeit ihres Schaffens erlebbar – als kraftvollen Gegenentwurf zu einer zunehmend rationalisierten Alltagswelt und als Einladung, neue Perspektiven in Bezug auf Wahrnehmung, Körperlichkeit und Schönheit zu gewinnen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Herta Pümpel und Benoît Blanchard sowie zahlreichen Ansichten (ISBN 978-3-9506075-1-2).
"Elmar
& Elisabeth Trenkwalder – Bilder und Skulpturen"
26. April
bis 19. Juli 2026
Mittwoch bis
Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15
office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at
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Die von Alexandra Grimmer kuratierte Ausstellung im Skulpturendepot widmet sich dem bildhauerischen Werk des 1936 in St. Leonhard bei Freistadt (Oberösterreich) geboren Künstlers Robert Tauber. Gezeigt werden 29 Skulpturen und ein Relief aus den Jahren 1962 bis 1983 – ein konzentrierter Einblick in ein umfangreiches Œuvre, das rund 200 Arbeiten umfasst.
Robert Tauber, ausgebildet an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Josef Pillhofer, entwickelte früh eine eigenständige Formensprache. Ausgangspunkt seines Schaffens ist die Figur, die er jedoch nie isoliert, sondern stets im Verhältnis zum umgebenden Raum denkt. Seine Skulpturen sind keine statischen Körper, sondern definieren sich im Dialog mit ihrer Umgebung. Charakteristisch für Taubers Werk ist die unmittelbare Arbeit am Material. Ohne vorbereitende Zeichnungen entstehen seine Skulpturen direkt aus Holz oder Stein. Besonders Holz wird zum zentralen Werkstoff, dessen Oberfläche er durch Beizen, Polieren, Vergolden oder den Einsatz von Harzen vielschichtig bearbeitet. Im Laufe der Zeit entwickeln die Werke eine individuelle Patina, ein Prozess, den Tauber bewusst in seine künstlerische Praxis einbezieht.
Die Präsentation im Skulpturendepot bringt Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen in einen offenen Dialog. Einzelne Werke stehen für sich, andere bilden Gruppen und thematische Bezüge. Im Zentrum des Raumes fungiert die Skulptur „Natterzwerg“ (1966) als verbindendes Element, das mit den umliegenden Arbeiten in Beziehung tritt.
Abseits einer chronologischen Ordnung begegnen sich die Skulpturen als eigenständige Positionen. Gemeinsam veranschaulichen sie Taubers kontinuierliche Auseinander-setzung mit Form, Material und Raum. Die Ausstellung macht sichtbar, wie sich ausgehend von der Figur ein vielschichtiges skulpturales Denken entfaltet, das über Jahrzehnte hinweg konsequent weiterentwickelt wurde.
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Katalog mit Texten von Alexandra Grimmer und Peter Paszkiewicz (ISBN 978-3-9519703-9-4).
Ausstellungsansichten:
© Robert Tauber
Foto: Museum Liaunig
In Kooperation mit BMCA Blue Mountain Contemporary Art
"Robert Tauber – Dem Raum zugeschrieben"
Kuratorin: Alexandra Grimmer
26. April bis 31. Oktober 2026
Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15
office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at
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Die Fotografien von Walter Schramm, die erstmals 2018 in einem umfangreichen Fotoband publiziert wurden, sind in der Saison 2026 im Grafiktrakt zu sehen. Die Ausstellung versammelt eine Auswahl aus seinem über Jahrzehnte entstandenen fotografischen Œuvre, die das lebendige Umfeld der österreichischen Kunstszene im Allgemeinen und des Museum Liaunig im Besonderen in eindringlichen Momen-taufnahmen festhält.
Seit der Eröffnung des Museums im Jahr 2008 begleitete Walter Schramm mit wachem Blick Ausstellungseröffnungen, Veranstaltungen und Begegnungen. Seine Fotografien bewegen sich zwischen Reportage, Portrait und situativer Beobachtung, ohne inszeniert zu wirken. Vielmehr zeigen sie Menschen in authentischen Momenten: im Gespräch, im Austausch, im Erleben von Kunst.
Schramms Fotografien zeichnen sich durch eine besondere Unmittelbarkeit aus. Es sind spontane „Lichtbilder“, die Atmosphäre, Dynamik und soziale Interaktion einfangen – geprägt von einem feinen Gespür für den richtigen Augenblick. Dabei entsteht ein vielschichtiges Bild der Kunstszene, das Künstler*innen ebenso umfasst wie Sammler*innen, Kunstfreunde und Besucher*innen.
Die Ausstellung eröffnet einen Blick hinter die Kulissen des Museumsbetriebs und macht die besondere Stimmung bei Vernissagen erfahrbar. Sie lädt dazu ein, in eine visuelle Chronik einzutauchen, die weniger dokumentiert als vielmehr verdichtet – und so die Begegnung zwischen Kunst und Menschen in all ihren Facetten sichtbar macht.
Die Publikation "Kunst im Dialog – Walter Schramm – Fotografien 2008–2017 · Museum Liaunig" mit einem Vorwort von Peter Baum ist im Verlag Bibliothek der Provinz erschienen (ISBN 978-3-99028-759-0).
"Kunst im
Dialog – Walter Schramm Fotografien"
26. April bis 31. Oktober 2026
Museum Liaunig ∙ Mittwoch bis
Sonntag von 10 bis 18 Uhr
9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15
office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at
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Als Kontrapunkt zur zeitgenössischen Kunst auch eine afrikanische Kollektion im Museum Liaunig zu zeigen, war von Anfang an geplant: Von 2008 bis 2015 wurde "Das Gold der Akan" – rund 600 Schmuck- und Kultobjekte der Königsstämme der Ashanti, Baule und Fante – in einem eigens für diese Sammlung konzipierten unterirdischen Kubus präsentiert. Nachdem in den letzten zwei Jahren afrikanischer Glasperlenobjekte Einblick in Lebenswelten und Traditionen verschiedener Ethnien aus West- und Zentralafrika gab und eine noch wenig erforschte Facette afrikanischer Kunst zeigte, kehrt die künstlerisch und ethnologisch einzigartige Sammlung afrikanischen Goldes nach Stationen im deutschen Knauf-Museum Iphofen und der spanischen Fundacíon Barrié zurück nach Neuhaus.
Die in ihrem formalen Reichtum und der Expressivität ihres Ausdrucks überzeugenden Goldobjekte sind historisch und künstlerisch bedeutende Zeugnisse verschiedener ethnischer Gruppen der Akan, die in Westafrika, in Gebieten der südlichen Hälfte von Ghana sowie im Südosten der Elfenbeinküste, leben. Die Exponate stammen zum Großteil aus dem 19. und 20. Jahrhundert, einzelne Stücke sind aber weitaus älter. Im Hinblick auf die Grundformen geometrischen Gestaltens und elementarer Figürlichkeit bietet die Schau viele aufschlussreiche Vergleichsmöglichkeiten zur zeitgenössischen Kunst.
In der Sammlung Liaunig sind alle wichtigen Objekttypen der Akan-Kunst enthalten, die höchstes handwerkliches Können – etwa äußerst fein und filigran gearbeitete Wachsfadentechnik – in Verbindung mit höchster ästhetischer Qualität zeigen. Vergleichbar umfangreiche Sammlungen gibt es nur noch im British Museum in London, dem Museum of Fine Arts in Houston und dem Gold of Africa Museum in Kapstadt.
Die Sammlung "Das Gold der Akan" wurde in dem gleichnamigen, 2008 veröffentlichten Katalog von Doran H. Ross und Georg Eisner wissenschaftlich aufgearbeitet (ISBN 978-3-9502610-1-1).
Sammlungspräsentation "Das Gold der Akan"
26. April bis 31. Oktober 2026
Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15
office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at
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Von den inzwischen rund 300 Gläsern der Sammlung Liaunig wird in dieser zweiten Sammlungspräsentation eine repräsentative Auswahl von 120 zwischen dem Anfang des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Stücken gezeigt, die einen Einblick in die Geschichte der europäischen Glaskunst von den Anfängen in Venedig
um 1500 bis zu den Meistern der Gravur der Biedermeierzeit geben. Anhand der gezeigten Exponate aus den unterschiedlichen Epochen lassen sich die vielfältigen und innovativen Bearbeitungs- und Dekorationstechniken erfassen, die berühmte aber auch unbekannte Meister im Laufe der Epochen entwickelt haben, um das Material Glas zu gestalten.
Venedig als Wiege der mitteleuropäischen Glaskunst ist nicht nur für seine hauchdünnen, farblosen Glasgefäße bekannt, die zu jener Zeit genauso kostbar wie Gold und Edelsteine waren, sondern auch für die vielen verschiedenen Dekorationsarten, die bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben. Der Glanz der Renaissance lässt sich am besten durch die Tazza aus dem Service der Medicischen Päpste darstellen. Herrscher wie Ferdinand von Tirol mussten den Dogen von Venedig um zeitweilige Überlassung der berühmten Glasmacher bitten, da diese mehr oder weniger in Murano festsaßen. Die Haller Glashütte war die zeitlich früheste und langlebigste nördlich der Alpen, die
farbloses Glas nach venezianischem Vorbild herstellte. Sie war auch die einzige, die mit deutschen Glasmachern arbeitete und nicht unter der Unverlässlichkeit der angeworbenen Italiener zu leiden hatte. Hier sind die großen in der Sammlung vertretenen Einzelstücke aus Venedig und Hall zu nennen. Während man diese feinen Gläser nur bemalen oder mit dem Diamanten ritzen konnte, haben findige Alchemisten des 17. Jahrhunderts den Glasfluss so verändert, dass man ein hartes, dickeres Glas für die Gravur mit dem Kupferrad erzeugen konnte, das vor allem
nördlich der Alpen seinen Siegeszug antrat. Mit der Scheibe von Caspar Lehmann, der als Erfinder des Glasschnitts gilt, ist eine Inkunabel der Glaskunst im Sammlungsbestand, die 20 Jahre lang als Leihgabe im British Museum in London war. Doch das war es nicht allein, auch die technischen Verbesserungen in Form von wasserbetriebenen Schleifmühlen zum Beispiel erleichterte nicht nur die Arbeit der
Graveure der Hochschnittpokale in Schlesien wesentlich. Diese äußerst mühseligen Arbeiten des Friedrich Winter in Schlesien zählen neben den Bergkristallarbeiten jener Zeit zu den begehrtesten Objekten.
Abgerundet wird die Sammlung Liaunig durch die Gläser von Gottlob Mohn und Anton Kothgasser mit ihren in transparent gemalten Ansichten, die die Zeit des Biedermeier und den Wiener Kongress heraufbeschwören, der eine Neuordnung in Europa versuchte.
Anlässlich der Erst-Präsentation des zweiten Teils der Glas-Sammlung Liaunig erschien 2021 Band II des Sammlungskataloges "Schnitt und Farbe", der wie Band I von Regine Kovacek verfasst wurde.
Sammlungspräsentation "Gläser von 1500 bis 1850"
Kuratorin: Regine Kovacek
26. April bis 31. Oktober 2026
Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15
office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at
Presseinformation und -fotos
Nach den beiden Präsentationen der inzwischen auf über 400 Stück angewachsenen Portraitminiaturen-Sammlung Liaunig, erstmals von 2015 bis 2017, und danach von 2020 bis 2026, mit jeweils wechselndem „Programm“, werden nun ab Ende April 2026 sowohl neu erworbene und als auch bisher noch nicht gezeigte Miniaturen in der großzügig angelegten Vitrinenlandschaft im Untergeschoß des Museums vorgestellt. Von den 100 jetzt zu sehenden Exponaten wurden 70 im Band III wissenschaftlich beschrieben.
Dem 2023 bzw. 2025 verstorbenen Sammlerehepaar Herbert und Eva Liaunig ist diese Ausstellung gewidmet.
Miniaturen sind meist in der sehr lichtempfindlichen Aquarelltechnik gemalt und werden somit von den wenigsten Museen öffentlich ausgestellt. Den Interessenten werden dort einzelne Stücke nur auf Anfrage in den Studiensälen vorgelegt, wie es zum Beispiel im Louvre und in der Albertina der Fall ist. Dank modernster Museumstechnik ist das Museum Liaunig derzeit eines der wenigen Museen der Welt, und das einzige in Österreich, in dem eine so große Anzahl bedeutender Miniaturen dem interessierten Publikum öffentlich zugänglich gemacht wird.
Portraitminiaturen sind, wie es der Name vermuten lässt, handgemalte Portraits kleinster und allerkleinster Größenordnung, von einer Höhe zwischen weniger als einem Zentimeter bis zu etwa zwanzig/fünfundzwanzig Zentimetern, oder manchmal auch größer. Sie erfüllten seit Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Zeit der Erfindung und Verbreitung der Photographie Mitte des 19. Jahrhunderts genau deren Aufgabe, nämlich das möglichst ähnliche Bildnis eines geliebten Wesens bei sich tragen zu können, oder auch sich eine Idee vom Äußeren einer Person zu machen, die man noch nicht kennt, aber wohl kennenlernen wird (falls das Aussehen auf Grund der Abbildung schon einmal zusagt). So war bis ins 19. Jahrhundert, weit vor der Zeit des Internet-Datings, der Austausch von Portraitminiaturen die einzige Möglichkeit, vor den meistens arrangierten Heiraten zu überprüfen, wie sich die Brautleute, die sich oftmals nie gesehen hatten, auch gefielen (was schließlich und endlich meistens irrelevant war).
Bei den heutzutage wieder so aktuellen Trennungssituationen von Menschen, die sich nahestehen, vor allem von Paaren und Familienmitgliedern, dienten Portraitminiaturen als Platzhalter für die abwesenden Personen, wie noch heute das Foto im Geldbeutel oder das Selfie auf dem iPhone. Dadurch spielten Miniaturen vor allem zu Krisen- und Kriegszeiten eine bedeutende Rolle. So fällt auf, dass die Miniaturensammlung Liaunig besonders ausdrucksvolle Bildnisse aus der politisch wirren Periode des englischen Bürgerkrieges, zur Zeit Oliver Cromwells, Mitte des 17. Jahrhunderts, enthält, ebenso wie zahlreiche Portraits aus den Jahren der Französischen Revolution und der darauffolgenden Napoleonischen Kriege, zwischen 1790 und 1815.
Die ersten Pultvitrinen der Ausstellung sind raren englischen und französischen Aquarellminiaturen des 17. Jahrhunderts gewidmet. Die schönsten der oft mit Goldmonogrammen signierten britischen Werke stammen von den bekannten Künstlern Peter Oliver, John Hoskins und Samuel Cooper. Erstmals werden auch außerordentlich seltene französische Werke des „Grand Siècle“ gezeigt, darunter zwei Bildnisse des „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. von Frankreich (1638–1715), porträtiert von seinem Hofminiaturisten Samuel Bernard.
Die darauffolgende Periode des Rokoko ist bestens repräsentiert mit einem Männerbildnis der schon zu ihrer Zeit gefeierten venezianischen Pastell- und Miniaturmalerin Rosalba Carriera (1673–1757). Auch der polnisch-deutsche Allround-Künstler Daniel Chodowiecki (1726–1801) ist erstmals vertreten in der Sammlung, mit einem signierten Doppelbildnis zweier Rokoko-Damen bei der Lektüre. Zu jener Zeit entstanden auch zwei historisch interessante Miniaturen der Sammlung: die eine stellt Elisabeth Christine, „die Braunschweigerin“, Mutter der Kaiserin Maria Theresia, dar, in Witwentracht gemalt von Hofmaler Antonio Bencini. Dem kaiserlichen Hofmaler Martin van Meytens zugeschrieben ist das feine Bildnis des Schwagers der Maria Theresia, des Herzogs Karl Alexander von Lothringen.
Nach jahrelangem Suchen konnten endlich Werke der auch am Hofe von Versailles erfolgreichen Schweden Peter Adolf Hall (1739–1793) und Niklas Lafrensen (1737–1807) erworben werden. Lafrensens Bildnis stellt den unglückseligen König Gustav III. von Schweden dar, gemalt 1792, genau dem Jahr seiner grauenhaften Ermordung auf einem Maskenball. Lafrensen hatte seine Wahlheimat Frankreich fluchtartig verlassen, nachdem die Französische Revolution ihn seiner besten Pariser Kunden beraubt hatte – nun sollte er auch seinen schwedischen Mäzen verlieren.
Der Fall des französischen Königtums und die darauffolgenden Kriege der jungen Republik befeuerten die Produktion von Bildnisminiaturen: der Soldat nahm das Portrait seiner Liebsten ins Feld mit und hinterließ seiner Familie das seinige. Besonders kennzeichnend dafür ist das Miniaturenpaar der Brüder Baptiste und Antoine Macips aus Versailles, beide gemalt vom berühmten Jean-Baptiste Isabey (1767–1855) im Jahre 1793. Während der blutjunge Baptiste sich als Freiwilliger in der Revolutionsarmee gemeldet hatte und schon ein Jahr nach Entstehung der Miniatur umkam, überstand sein Bruder Antoine diese dramatischen Jahre. Die durch geradezu permanente Kriege gekennzeichnete Periode der Regierung Kaiser Napoleons von 1804 bis 1815 ist bestens vertreten in der Ausstellung mit signierten Werken von François Dumont, Nicolas-François Dun, Jean-Désiré Muneret und Jean-Pierre Frédéric Barrois.
Die Museumsvitrinen, die der darauffolgenden, eher beschaulichen Zeit des Biedermeiers gewidmet sind, zeigen sowohl französische als auch deutsche und österreichische Bildnisse. Neben Miniaturen des Wiener Star-Miniaturisten Heinrich Friedrich Füger fällt in den „österreichischen“ Vitrinen das Bildnis eines vorwurfsvoll dreinblickenden Kindes auf – es handelt sich um den Herzog von Reichstadt (1811–1832), den unglückseligen einzigen Sohn Kaiser Napoleons aus seiner zweiten Ehe mit der Erzherzogin Marie-Louise von Österreich. Gemalt 1821 von Felice Schiavoni während der Quasi-Gefangenschaft des Kindes am Wiener Hof seines Großvaters Kaiser Franz I. von Österreich, galt der Bub für die verzweifelten Anhänger Napoleons I. nach dessen Ableben, als „Kaiser Napoleon II.“ Dieses politische Dilemma sollte durch den frühen Tod des Jungen im Alter von nur 21 Jahren gelöst werden. Er starb 1832 in Schönbrunn an Tuberkulose.
Die gleiche Krankheit beendete das kurze und dennoch durchaus bewegte Leben des Viktor von Metternich (1803–1829), des einzigen überlebenden Sohnes Staatskanzler Metternichs aus dessen erster Ehe. Vom Vater nach Paris zu einem Mini-Job in der Pariser Botschaft als „Attaché“ geschickt, fiel Viktor einer notorischen Verführerin zum Opfer. Seine öffentliche, ehebrecherische Beziehung mit der Pariser Skandalnudel Marquise Henriette de Castries, die ihm einen unehelichen Sohn gebar, erschöpfte den jungen Mann. Viktor kehrte nach Wien zurück, wo er sich – schon von der Krankheit gezeichnet – durch Staatskanzler Metternichs Lieblingsminiaturisten, Moritz Michael Daffinger (1790–1849), ein letztes Mal porträtieren ließ. Die Miniatur wurde nach Paris gesendet, wo sie, unbeachtet, in der Familie der Marquise (die sich inzwischen vielerorts mit anderen Männern tröstete) verblieb und fast ein Jahrhundert später aus deren Familienbesitz für die Sammlung Liaunig 2024 erworben wurde.
Die bis zu über vier Jahrhunderte alten Aquarellminiaturen werden dem Besucher unter nur sehr gedämpften Lichtverhältnissen präsentiert, um diese seltenen Schätze auch für zukünftige Besuchergenerationen zu erhalten. Ganz anders dagegen die rund dreißig, meist neu erworbenen und erstmals präsentierten Emailleminiaturen der Sammlung Liaunig.
Vollkommen unempfindlich gegen selbst stärkstes Licht und Temperaturschwankungen, gilt hier die Devise „spot on“. Entstanden in Großbritannien, der Schweiz und Deutschland zwischen dem Anfang des 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts, stechen hier berühmte Künstlernamen hervor, wie die von Charles Boit, Georg Friedrich Dinglinger, Christian Friedrich Zincke, Jacques Thouron und Henry Bone, dessen 1794 entstandenes Bildnis des 2. Earl Grey die Titelseite des Miniaturenkatalogs Band III ziert. Ein besonderer Stolz der Sammlung sind die fürstlichen sächsisch-polnischen Emailleminiaturen des 18. Jahrhunderts: König August der Starke (1670–1733) ist gleich in drei kleinen, juwelenartigen Portraits vertreten, ebenso wie seine außereheliche Lieblingstochter, die Gräfin Anna Orzelska, und sein Enkelsohn, Kurprinz Friedrich Christian von Sachsen, der 1763 nur 74 Tage lang regieren sollte, bevor er den Pocken zum Opfer fiel.
Dr. Bodo Hofstetter
Sammlungspräsentation "Portraitminiaturen III"
Kurator: Dr. Bodo Hofstetter
26. April bis 31. Oktober 2026
Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15
office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at
Presseinformation und -fotos
HL Museumsverwaltung GmbH
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Fax: +43 4356 211 15 26 office@museumliaunig.at
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