Cornelius Kolig (1942–2022)

Das Pantheon im Skulpturendepot Liaunig
Versuch einer Transplantation

Ein stiller und magischer Ort ist das irdische PARADIES des Malers, Bildhauers, Objekt- und Videokünstlers Cornelius Kolig in Vorderberg im Gailtal. In seinem Geburtsort im südlichen Kärnten verwandelte er von 1979 bis 2022 eine ehemalige Wiese in ein Gesamtkunstwerk, einen Gebäudekomplex auf einem rund 6.000 m² großen Areal.

Das Skulpturendepot im Museum Liaunig, ein zeitgenössisches Pantheon, wo Kolig seine Objekte 2018 präsentierte, entspricht in seiner Geometrie einigen Entwürfen, die er seit Mitte der 1980er-Jahre in seinem PARADIES realisieren wollte. Alle sind in ihrem Ansatz dadurch gekennzeichnet, dass sie runde Grundrisse und eine Kuppel haben, aus einfachen Materialien und vorgefertigten Elementen bestehen und unterschiedliche Funktionen im PARADIES übernehmen sollten. Diese reichten von einem Pantheon bis zu einem geplanten Sonnenobservatorium, wurden aber aus Kostengründen nie verwirklicht. 2018 ergab sich für Kolig durch die Ausstellung die Möglichkeit, seine räumliche Vision zu überprüfen und sein Konzept an diesem "fremden Ort" mit der Präsentation von einigen Objekten und Skulpturen aus der Sammlung Liaunig und aus dem PARADIES erstmals sichtbar zu machen. 

Die Ausstellung wurde von 29. April bis 28. Oktober 2018 im Skulpturendepot des Museum Liaunig gezeigt. Begleitend zur Ausstellung wurde ein Katalog mit Texten von Arno Ritter und Cornelius Kolig publiziert.