Rückblick

2017

Alte Freunde: Hermann J. Painitz und die Logik der Kunst

Nach Drago j. Prelog, Hans Staudacher und Josef Mikl widmete sich das Museum Liaunig im Rahmen der Reihe "Alte Freunde" mit Hermann J. Painitz (1938) einem weiteren Künstler, dem Herbert Liaunig seit mittlerweile 50 Jahren als Freund und Sammler zugetan ist. Der konzeptuelle, methodisch-analytische Ansatz in Painitz‘ Werk weist ihm innerhalb der österreichischen Avantgarde nach 1945, die von expressiven und informellen Tendenzen dominiert war, eine singuläre Position zu. Die von Alexandra Schantl kuratierte Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Bilder, Werkgruppen und Plastiken aus allen Schaffensphasen die charakteristischen Merkmale seines Œuvre auf: die Vermeidung jeder malerischen Gestik, die Beschränkung auf wenige, elementare Formen, die Anwendung serieller Prinzipien und das Zugrundelegen eines Programms, das jeweils einer inneren Logik folgt. Zur Ausstellung erscheint ein 64-seitiger, reich bebilderter Katalog mit Texten von Alexandra Schantl und Hermann J. Painitz. 



2016

In der Saison 2016 erwartete den Besucher im Museum Liaunig ein vielfältiges Ausstellungsprogramm: Die Hauptausstellung "Augen-Blicke" im von außen sichtbaren, lang gezogenen Galerietrakt wurde wieder aus der stetig wachsenden Sammlung zeitgenössischer Kunst zusammengestellt und legte den Schwerpunkt auf Neuerwerbungen. Im dreieckige Sonderausstellungsraum, der auch erstmals für Konzerte genutzt wurde, wurden im Rahmen der Ausstellungsserie "Alte Freunde“ nacheinander Arbeiten der Künstler Drago j. Prelog (Mai/Juni), Hans Staudacher (Juli/August) und Josef Mikl (September/Oktober) präsentiert, die mit Herbert Liaunig seit Beginn seiner Sammlungstätigkeit vor über 50 Jahren freundschaftlich verbunden sind bzw. waren. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst verstehen sich die historischen Sammlungen dekorierter Gläser und Portraitminiaturen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sowie die neue Sammlungspräsentation "Afrikanische Glasperlenkunst" Ein weiterer Höhepunkt war die Eröffnung des Skulpturenparks, der sich über dem zum Großteil unterirdisch gelegenen Museum erstreckt. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt gemeinsam mit den im runden Skulpturendepot präsentierten Werken eine repräsentative Auswahl österreichischer sowie internationaler Bildhauer und Objektkünstler von der Moderne bis zur Gegenwart.


Augen-Blicke ∙ Neuerwerbungen

Die Jahresausstellung 2016 mit 180 von 64 Künstlerinnen und Künstlern geschaffenen, bisher noch nicht gezeigten Neuerwerbungen der Malerei, Plastik, Objektkunst und Graphik. In anregender Vielfalt, anhand einzelner exemplarischer Arbeiten und Installationen pointiert ausgewählt, zumeist jedoch in Werkgruppen einander vergleichend wie kontrastierend gegenübergestellt, erweist sich die auf  jüngste Kunstgeschichte und aktuelle Gegenwartskunst in Österreich konzentrierte Schau als ebenso vergnügliches wie nachhaltiges Schauerlebnis. Mit Arbeiten von: Marc Adrian, Karel Appel, Christian Ludwig Attersee, Bernard Aubertin, ONA B., Anna-Maria Bogner, Tony Cragg, Canan Dagdelen, Gunter Damisch, Oliver Dorfer, Manfred Erjautz, Tone Fink, Karl Anton Fleck, Adolf Frohner, Jakob Gasteiger, Tibor Gáyor, Franz Graf, Helmuth Gsöllpointner, Erwin Heerich, Wolfgang Hollegha, Hildegard Joos, Peter Krawagna, Suse Krawagna, richard kriesche, Hans Kupelwieser, Edit Lajos, Maria Lassnig, Franz Lerch, Markus Lüpertz, Gottfried Mairwöger, Dóra Maurer, Jürgen Messensee, Josef Mikl, Hannes Mlenek, Gerhardt Moswitzer, Zoran Music, Heribert Nothnagel, Ingo Nussbaumer, Franz Xaver Ölzant, Josef Pillhofer, Markus Prachensky, Norbert Pümpel, Gerwald Rockenschaub, Robert, Schaberl, Hubert Scheibl, Eva Schlegel, Walter Schmögner, Martin Schnur, Klaus J. Schoen, ManfreDu SCHU, Zbyněk Sekal, Peter Sengl, David Smyth, Fritz Steinkellner, Wolfgang Stifter, Esther Stocker, Helmut Swoboda, Walter Vopava, Manfred Wakolbinger, Wolfgang Walkensteiner, Walter Weer, Max Weiler, Turi Werkner, Markus Wilfling, Fritz Wotruba und Erwin Wurm.


Alte Freunde: Josef Mikl 

Auf die Personale zu Drago j. Prelog zu Beginn der Saison 2016 und die Ausstellung „Hans Staudacher ∙ Lyrisches Informel“ folgt eine von Artur Rosenauer und Peter Liaunig zusammengestellte Retrospektive zu Josef Mikl (1929-2008).

Josef Mikl zählt zusammen mit Hollegha, Prachensky und Rainer zu den Pionieren der Nachkriegsmalerei in Österreich. Obwohl die Ausstellung nur einen Bruchteil der Werke Mikls zeigt, vermittelt sie dennoch ein umfassendes Bild vom Schaffen des Künstlers. Die gezeigten Werke stammen aus der Sammlung Liaunig und aus dem Nachlass des Künstlers. Jede der beiden Sammlungen wäre geeignet, einen repräsentativen Einblick in die Entwicklung des Künstlers zu geben. Ihr Zusammentreffen ist ein Glücksfall. Von seinen allerersten Anfängen – die früheste erhaltene Arbeit Mikls ist die Zeichnung mit dem Kopf eines Schulkollegen von 1946 – bis zu seinen späten Werken ist das Schaffen Mikls hier präsentiert. Es umfasst den imponierenden Zeitraum von nahezu 60 Jahren. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit einem Text von Artur Rosenauer.

Die Reihe „Alte Freunde“ wird in der kommenden Saison 2017 fortgesetzt.


Alte Freunde: Hans Staudacher

Die Position, die Hans Staudacher im Kunstgeschehen nach 1945/50 mit seinen größtenteils dem Lyrischen Informel zugehörigen abstrakten Arbeiten einnimmt, ist singulär. In allen Techniken der Malerei, Graphik, Collage und Druckgraphik bestens verankert, geht es dem seit 1950 in Wien lebenden Künstler, um die fortlaufende Aktivierung des Bildgeschehens. Sein improvisationsfreudiger Stil auf Basis spontaner, gestisch geprägter, handschriftlicher Formelemente und Kürzel beweist nicht nur Einfallsreichtum und Reaktionsschnelle im bildnerischen Vollzug, sondern vor allem das stets anzutreffende, präzise graphische Kalkül des Malers, dem man Rhythmus und Musikalität ebenso wie Sinnlichkeit und fallweise Ironie anmerkt. 

Neben charakteristischen Werken aus der Sammlung Liaunig konnten für die Ausstellung Gouachen sowie Gemälde des Künstlers als Leihgaben gewonnen werden. Sie vermitteln charakteristische Einblicke in Staudachers maßgebende Werkabschnitte und bilden dank vieler, um 1960 entstandener Hauptwerke, ein auf das Lyrische Informel konzentriertes Schlüsselerlebnis in der Begegnung mit dem Künstler. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.


Alte Freunde: Drago j. Prelog

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum werden im Rahmen der Ausstellungsserie „Alte Freunde“ erstmals unter der Saison wechselnde Retrospektiven zu Künstlern gezeigt, die mit Herbert Liaunig seit Beginn seiner Sammlungstätigkeit vor über 50 Jahren freundschaftlich verbunden sind bzw. waren. Die Reihe startete mit Drago j. Prelog, der Eva und Herbert Liaunig in den 1960er-Jahren kennen-lernte und ihnen durch seine Verbindungen den Zugang zu vielen Künstlern im Umfeld der Wiener Galerien „Zum roten Apfel“ und „Nächst St. Stephan“ eröffnete. Die zu dieser Zeit entstandenen Freundschaften markieren die Anfänge und bilden die Basis der Sammlung Liaunig: Österreichische Kunst der Gegenwart, die Herbert Liaunig bereits während seiner Studienzeit zu sammeln begann. 

In der Sammlung finden sich zentrale Arbeiten aus vier eigenständigen Werksphasen des 1939 in Celje, Slowenien geborenen und in der Obersteiermark aufgewachsenen Drago j. Prelog. Die von Peter Liaunig kuratierte Ausstellung zeigt anhand ausgewählter Werke die große Vielfalt und die evidenten Entwicklungssprünge im vielschichtigen zeichnerischen, malerischen und auch druckgrafischen Œuvre des Künstlers auf.


2015   

Im Wiedereröffnungsjahr nach der Museumserweiterung erwarten den Besucher fünf Ausstellungen: Unter dem Titel "WIRKLICHKEITEN" werden Arbeiten von Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl gezeigt, zudem ist dem Iren Sean Scully eine Schau gewidmet. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst versteht sich die historischen Sammlungen dekorierter Gläser, Portraitminiaturen und das "Gold der Akan". 

In die mehrfach ausgezeichnete, von Sichtbeton, Stahl und Glas beherrschte "querkraft"-Architektur wurde nach erfolgtem Umbau eine weitere künstlerische Intervention gesetzt: Als Gegenpunkt zur Lichtinstallation von Brigitte Kowanz im Abgang zum unterirdischen Kubus der Gold-Sammlung, gestaltete Esther Stocker den Gang zur Glas- und Portraitminiaturen-Sammlung. Über diesen Verbindungsgang erreicht der Besucher auch das eindrucksvolle runde Skulpturendepot, das erstmals zugänglich ist.





WIRKLICHKEITEN. Malerei gegen den Strich

Der 160 m lange und 13 m breite Hauptausstellungstrakt des Museums bildet zusammen mit dem Grafiktrakt die Ausstellungsfläche für die bisher umfassendste Präsentation der Künstlergruppierung WIRKLICHKEITEN.

Die sechs Künstler - Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Kurt Kocherscheidt, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl - wurden erstmals 1968 im Rahmen einer von Otto Breicha in der Wiener Secession gezeigten Schau gemeinsam ausgestellt, die sich als Gegenposition zur damals in Wien dominierenden „Wiener Schule des phantastischen Realismus“ einerseits und zu den „Abstrakten“ rund um Otto Mauer andererseits verstand.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Katalog begleitet.






Sean Scully - Malerei als Weltaneignung

Mit einer großen Ausstellung von Sean Scully eröffnete das Museum Liaunig den vor kurzem fertig gestellten, dreieckig konzipierten Raum für Sonderausstellungen.

Sean Scully, 1945 in Dublin geboren, zählt heute weltweit zu den führenden Exponenten einer absoluten, entscheidend durch die Farbe geprägten nonfigurativen Malerei. Den einfachen geometrischen Grundelementen seiner aus Rechtecken, Quadraten und balkenähnlichen Streifen zusammengesetzten Bilder liegt eine stark emotional begründete, ebenso intensive wie differenzierte pastose Malweise zugrunde.

Ein großformatiger Katalog dokumentiert die von Peter Baum kuratierte Ausstellung "Sean Scully - Malerei als Weltaneignung".






Gold der Akan

Die künstlerisch und ethnologisch einzigartige Sammlung afrikanischen Goldes, die bereits in den vergangenen Jahren die Besucher begeisterte, versteht sich neben den zwei neuen historischen Sammlungen der dekorierten Gläser und Portraitminiaturen als Kontrapunkt zur zeitgenössischen Kunst.  

Die wertvollen Exponate, die überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen, bilden eine der weltweit größten und wichtigsten Sammlungen dieser Art. Die attraktiv inszenierte Dauerausstellung "Gold der Akan" zeigt rund 600 Schmuck- und Kultobjekte der westafrikanischen Akan-Stämme und wird auch heuer wieder in dem in dunklem Blau gehaltenen Kubus mit punktuell beleuchteter Vitrinenlandschaft und einsehbarer Schatzkammer zu sehen sein.

Doran H. Ross und Georg Eisner arbeiteten die Sammlung in dem 2008 veröffentlichten Katalog "Gold der Akan" wissenschaftlich auf.   




Gläser von 1500-1850

Die Erweiterung des Museums erlaubt es, die in einer großzügigen Vitrinenlandschaft untergebrachte Glassammlung in einem eigens dafür konzipierten unterirdischen Raum zu präsentieren.

Die ausgestellten Gläser geben einen repräsentativen Überblick über die europäische Glaskunst von den Anfängen in Venedig um 1500 bis zu den Tagen des Wiener Kongresses. Die Ausstellung zeigt, wie vielfältig und innovativ das Material Glas gestaltet werden kann. Raritäten wie Teile des päpstlichen Services um 1513, Haller und Innsbrucker Gläser dieser Zeit, genauso wie die „Lehmann“-Scheibe mit Europa am Stier, die 20 Jahre als Leihgabe im British Museum war, sind vertreten. Darüberhinaus sind die berühmtesten Glasschneider der Barockzeit und des frühen Biedermeier mit ihren Arbeiten zu bewundern. 

Die Sammlungspräsentation wird von einem Katalog begleitet. 




Portraitminiaturen von 1590-1890

Von den derzeit fast 300 Miniaturen der Sammlung Liaunig wird dank modernster Museumstechnik eine repräsentative Auswahl von 100 zwischen 1590 und 1890 in Europa entstandenen Stücken in einer großzügig angelegten Vitrinenlandschaft gezeigt. Die Schau gibt Einblick in die Geschichte und Technik dieser mit Entwicklung der Fotografie im 19. Jahrhundert langsam untergegangenen Kunstgattung der gemalten Bildnisse kleinster und allerkleinster Größenordnung.

Der Bogen der präsentierten Exponate spannt sich vom Elisabethanischen Zeitalter mit Hilliard über Cooper, Smart und Cosway bis hin zum frühen 19. Jahrhundert.  Kontinentale Schulen umfassen Meisterwerke von Petitot, Liotard, Füger, Isabey und Daffinger, dem bekanntesten Miniaturmaler des Wiener Biedermeiers.  

Die Sammlung wurde in einem reich bebilderten Katalog von Dr. Bodo Hofstetter wissenschaftlich aufgearbeitet. 




2014   Museumserweiterung

Mit Saisonschluss 2013 starteten die Umbauarbeiten zur Erweiterung des Museums – wieder unter der bewährten Federführung des Wiener Architekturbüros „querkraft“. 

Aufgrund der Erweiterungsarbeiten blieb das Museum Liaunig 2014 geschlossen. 


2013     Von der Fläche zum Raum

Von Bauwerken, Skulpturen und Plastiken, von gestalteten Flächen und geformten Volumen erzählt die aktuelle Kunstschau im Museum Liaunig. Unter dem Motto "Von der Fläche zum Raum" werden Skulpturen, Malerei und Architektur gezeigt. Von Abraham über Gironcoli bis Wotruba reicht das Who-is-who der österreichischen Bildhauer- und Architekturszene, die maßgeblich das 20. Jahrhundert bestimmte. Aber auch viele Schüler der prominenten Vorbilder, Künstler der Nachfolgegenerationen wie Manfred Erjautz oder Wolfgang Becksteiner, Elmar Trenkwalder mit seinen monumentalen Keramikplastiken oder Peter Dörflinger mit seinen organisch wirkenden Arbeiten sind in dem 160 Meter langen Ausstellungsraum zu sehen. Ergänzt mit malerischen Umsetzungen des Themas (z.B. durch Maria Lassnig, Robert Motherwell, Alfons Schilling oder Markus Prachensky und Arnulf Rainer) bietet die Schau so ein spannendes Wechselspiel zwischen "Fläche und Raum".

Architektur pur: Von Luftschlössern, Elfenbeintürmen und Wunderkammern, von realisierten Projekten des Hausherren Herbert Liaunig und Visionen gebliebenen Plänen seiner bevorzugten Architekten handelt dann die kleine, aber feine Extra-Schau, in der sich Skizzen, Modelle und Fotos von Architekten wie querkraft, Coop Himmelb(l)au, von Hans Hollein, Gustav Peichl und Günther Domenig bis zu Zaha Hadid u.a.m. finden. 


2012      Realität und Abstraktion 2

Konkrete und reduktive Tendenzen ab 1980

Das Ziel des Sammlers Herbert Liaunig und seiner kunstinteressierten Familie, die in mehr als vierzig Jahren aufgebaute, auf Malerei, Plastik und unikate Papierarbeiten konzentrierte Kunstsammlung in wichtigen Arbeiten und wesentlichen Werkblöcken der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und damit das erstaunliche Potenzial österreichischer Gegenwartskunst zu verdeutlichen, findet heuer mit der Schau "Realität und Abstraktion 2" ihren vorläufigen Abschluss.

Begleitet von einem profunden, reich illustrierten Katalogbuch (Redaktion Silvie Aigner), der vierten Publikation dieser Reihe, zeigt der aktuelle Museumsquerschnitt nicht weniger als 200, zu einem beträchtlichen Teil der Konkreten Kunst, Geometrischen Abstraktion, dem Minimalismus und der monochromen Malerei zugehörige Werke.





2011   Realität und Abstraktion 1

Figurative und expressive Konzepte von 1980 bis heute

Im Anschluss an die im Vorjahr gezeigte Auswahl von Arbeiten der Sammlung Liaunig steht 2011 und 2012 die Kunst von 1980 bis heute im Fokus einer umfangreichen Präsentation im Museum Liaunig.

Die in zwei Teilen gezeigte Ausstellung stellt unter dem Titel "Realität und Abstraktion" wesentliche Aspekte der österreichischen Gegenwartskunst in den Mittelpunkt, ergänzt durch Beispiele internationaler Künstler und Künstlerinnen.

Teil 1 präsentiert ab Mai 2011 expressiv-gestische Tendenzen in der Malerei, Skulptur und Grafik. Teil II wird sich im nächsten Jahr vor allem mit konkreten und reduktiven Positionen beschäftigen.

Zur Ausstellung erscheint ein 212 Seiten starker, reich illustrierter Katalog mit einem einführenden Text von Peter Baum. 




2010   Tradition und Avantgarde

Kunst in Österreich 1945–1980 

Die viel beachtete Eröffnungsschau, die einen Querschnitt durch die Highlights der Sammlung Liaunig präsentierte, erfährt jetzt eine präzisierende Ergänzung. Mehr als 350 Exponate aus den Sammlungsbeständen verdeutlichen Potenzial und Spannweite des kulturellen Neubeginns im Österreich nach 1945.

In kunsthistorisch relevante Kapitel gegliedert, werden dabei gleichzeitig individuelle Spezifika führender österreichischer Maler, Zeichner, Bildhauer und Objektkünstler betont. Gezeigt werden u.a. Arbeiten von Boeckl, Wotruba, Fronius, Fleck, Ringel, Hollegha, Rainer und Gironcoli. Das visuelle Konzept der von Tageslicht dominierten Ausstellung forciert einen anregenden, großzügigen Gesamteindruck: ein spannender Parcours voller Gemeinsamkeiten und künstlerischer Kontraste mit Hinweisen auf eine vor allem in den 1960er Jahren expandierende Kunstszene.

Zur Ausstellung erscheint ein 160 Seiten starker, reich illustrierter Katalog mit einem einführenden Text von Peter Baum.



2008 / 2009

Am 29. August 2008 wird im Kärntner Neuhaus/Suha das Privatmuseum des Industriellen und Kunstsammlers Dkfm. Herbert Liaunig durch Bundespräsident
Dr. Heinz Fischer eröffnet.

Das neue Museum zeigt auf einer Ausstellungsfläche von rund 3200 m² (große Ausstellungshalle, Graphikraum und Schaudepot) eine Auswahl aus der umfangreichen Sammlung zeitgenössischer Kunst sowie - als herausfordernden Kontrapunkt zur Moderne - die künstlerisch und ethnologisch einzigartige Sammlung afrikanischen Goldes, die in einem eigens dafür entwickelten Annex unter der Erde (350 m²) besichtigt werden kann.

Hauptausstellung

Im großen Schauraum in zehn zusammenhängende Werkgruppen verteilt, liegen die Schwerpunkte der ersten Museumspräsentation für 2008/09 bei Geometrischer Abstraktion und Op Art (Marc Adrian, Helga Philipp, Richard Kriesche, Hermann J. Painitz, Joos+Joos), dem erweiterten Kreis um die Galerie St. Stephan (Rainer, Mikl, Prachensky, Hollegha, Staudacher, Bischoffshausen), den Vertretern einer "reinen", zum Meditativen neigenden Malerei wie Bohatsch, Swoboda, Stanzl, Gasteiger oder Hikade, und den "Neuen Wilden", die u.a. mit Großformaten von Anzinger, Damisch, Schmalix, Klinkan und Mosbacher vertreten sind. Repräsentativ in der Aufstellung berücksichtigt finden sich Einzelgänger wie Nitsch und Gironcoli, Tony Cragg, Gerhard Moswitzer, die Salzburgerin Julie Hayward oder die beiden Kärntner Meina Schellander und Cornelius Kolig. Die weitgehend praktizierte "Durchmischung" von Malerei und Plastik konfrontiert mit charakteristischen Arbeiten wichtiger österreichischer Bildhauer, beginnend bei Wotruba, Avramidis, Bertoni, Hoflehner, Urteil und Prantl über Eder, Goeschl, Pillhofer, Reiter, Nakajima und Oswald Stimm bis hin zu Erwin Wurm.

Im Graphiktrakt, in dem kombiniert mit Bildhauerzeichnungen auch viele der kleineren Plastiken zu sehen sind, dominieren die führenden österreichischen Zeichner nach 1945: Absolon und Moldovan, Hradil und Fleck, Brus und Pichler. Objekte von Fink, Panzer und Schmögner bilden Kontrapunkte dazu.

Sammlung Gold der Akan

Durch einen mit einer Lichtinstallation von Brigitte Kowanz ausgestatteten schmalen Gang vom Hauptraum aus zugänglich ist der unter der Erde gelegene, in dunklem Blau gehaltene Kubus für die Dauerausstellung "Gold der Akan". In einer punktuell beleuchteten Vitrinenlandschaft mit einsehbarer Schatzkammer beherbergt er nahezu 600 Objekte afrikanischen Goldes. Die in ihrem formalen Reichtum und der Expressivität ihres Ausdrucks überzeugenden Objekte sind historisch und künstlerisch bedeutende Zeugnisse verschiedener Stämme aus Ghana, wie der Baule, Ashanti oder Fante.