Alte Freunde: Karl Hikade

Die 2016 im dreieckigen Sonderausstellungsraum des Museum Liaunig begonnene Reihe „Alte Freunde“ zeigt Arbeiten von Künstlern, die mit Herbert Liaunig seit Beginn seiner Sammlungstätigkeit vor über 50 Jahren freundschaftlich verbunden sind bzw. waren. Nach Drago j. Prelog, Hans Staudacher, Josef Mikl und Hermann J. Painitz zu Beginn der Saison 2017 folgt nun Karl Hikade.

In der von Peter Liaunig kuratierten Ausstellung werden Arbeiten aus allen zentralen Werkphasen des 1942 in Wien geborenen Künstlers gezeigt, dessen Malerei sich schwer in eine österreichische Tradition eingliedern lässt: Beginnend bei seinen frühen Naturabstraktionen um 1970 – Meerlandschaften, die Hikade „Seascapes“ nannte – bis hin zu den installativen Projekten in den 90er-Jahren und großformatigen Gemälden, die ab 2000 entstanden sind.

Günther Holler-Schuster im zur Ausstellung publizierten Katalog: Karl Hikade hat sich früh und intensiv mit den Konzepten der Minimal Art auseinandergesetzt und betrachtet sie bis heute im Wesentlichen als Maxime seiner künstlerischen Praxis. Die Malerei bleibt dabei nicht im Zweidimensionalen festgelegt. Vielmehr ergibt sich eine Diskussion um den Objektstatus des Bildes und um dessen Bezüglichkeit zum Raum. So kommt es auch seit Beginn der 1990er-Jahre zu groß angelegten Installationen in aufgelassenen Zweckbauten – „An Act for a Project“, 1991, „In the Ring“, 1997, „Krauseco Nave“, 2001. Der Künstler setzte dort Elemente, die aus seinen Gemälden stammen könnten, drei-dimensional um und kombinierte diese zusätzlich mit einigen seiner Bilder. In diesen installativen Projekten wird die Bewegung des Betrachters inkludiert. Man bewegt sich gleichsam in einer dreidimensionalen Malerei – einem Bildraum.

Hat man Karl Hikade in den 1980er-Jahren noch ausschließlich zu den eminenten Malereipositionen gezählt, sein Werk damit auf die Zwei-dimensionalität beschränkt, muss man heute aus der historischen Distanz erkennen, dass sich diese Kunst nicht auf ein Medium festlegen lässt bzw. die Malerei weiter gefasst werden muss, um sich dem so klar und einfach anmutenden Werk Karl Hikades zu nähern.

Katalog Alte Freunde: Karl Hikade mit Texten von Günther Holler-Schuster, Wilfried Skreiner und Richard Tuttle.