Ausstellungen 2019

Museum Liaunig

Mit einem vielfältigen Ausstellungs- und Konzertprogramm ist es gelungen, das private Museum Liaunig über die Jahre als lebendigen Ort der Begegnung und des kulturellen Dialoges in Südkärnten zu positionieren. Der vom Architektenteam querkraft spektakulär inszenierte, bereits unter Denkmalschutz stehende Museumsbau als optimaler Aufbewahrungs- und Präsentationsort für die Sammlungen des Industriellen Herbert Liaunig und seiner Familie zieht – weit ab aller urbanen Zentren gelegen – seit der Eröffnung 2008 jedes Jahr von Anfang Mai bis Ende Oktober Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an.

Das Museum Liaunig verfügt über eine der umfangreichsten Sammlungen österreichischer Kunst ab 1945. Als Kontrastprogramm zur zeitgenössischen Kunst verstehen sich die historischen Sammlungs-präsentationen: 2019 ist neben seltenen Briefmarken der österreichischen Monarchie und kostbarem europäischen Silber auch "Das Gold der Akan" wieder zu sehen. Die Exponate – rund 600 Schmuck- und Kultobjekte der westafrikanischen Ethnien der Ashanti, Baule und Fante – bilden eine der weltweit größten Sammlungen dieser Art.

Bereits zum dritten Mal findet die Kammermusikreihe sonusiade statt, die im Jahr 2017 auf Initiative des Museumsgründers Herbert Liaunig unter der künstlerischen Leitung von Janez Gregorič gestartet wurde. Der dreieckige Sonderausstellungsraum des Museum Liaunig verwandelt sich dank des Zusammenspiels von Musik, bildender Kunst und Architektur in einen einzigartigen Konzertsaal.

Bei schönem Wetter lädt der weitläufige Skulpturenpark zu einem Spaziergang ein. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt gemeinsam mit den im runden Skulpturendepot präsentierten skulpturalen und plastischen Arbeiten eine generationenübergreifende Auswahl österreichischer und internationaler Künstler von der Moderne bis zur Gegenwart.

Ausstellungen 2019 

Der Zukunft herzlichst gewidmet
Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart in der Sammlung Liaunig
Hauptausstellung

Wolfgang Hollegha / Kurt Kocherscheidt
Wechselnde Sonderausstellungen (Mai-Juli/August-Oktober) 
im Rahmen der Serie Alte Freunde

PETER BAUM ∙ Archiv ∙ Bibliothek ∙ Sammlung
Sonderausstellung im Grafiktrakt

Gold der Akan
Europäisches Silber 1490-1830
Briefmarken der österreichischen Monarchie 1850-1867
Sammlungspräsentationen

Museum Liaunig
28. April – 31. Oktober 2019 ∙ Mi – So 10 – 18 Uhr
Besichtigung auch ohne Voranmeldung und ohne Teilnahme an
einer Führung möglich ∙ Kinder ab 12 Jahren 
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15 office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at 


Hauptausstellung

Der Zukunft herzlichst gewidmet 
Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart
in der Sammlung Liaunig 

Die von Günther Oberhollenzer aus dem umfangreichen Sammlungsbestand zusammengestellte Hauptausstellung 2019 zeigt die Vielfalt künstlerischer Positionen aus Österreich von 1945 bis heute. Der Kurator stellt überraschende Zusammenhänge mit Vertretern der Klassischen Moderne sowie exemplarischen Werken internationaler Künstler her und setzt diese in spannungsvolle Dialoge zueinander. Die Ausstellung stellt in fünf Themenbereichen jeweils zwei Werke in den Mittelpunkt, um die zahlreiche weitere künstlerische Arbeiten gruppiert und in vielfältige Beziehung gesetzt werden. Die groß angelegte Schau präsentiert über 95 Künstlerinnen und Künstler.

Günther Oberhollenzer in dem die Ausstellung begleitenden Katalog: Das Thema der „Konstruierten Künstlichkeit“ ist von Gerhard Kaisers vielschichtiger Glasinstallation und Rudolf Polanszkys großformatigen dunklen Spiegeln inspiriert, die „Farbgeschichten“ widmen sich den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau, wie sie im malerischen und bildhauerischen Werk von Roland Goeschl vorherrschen, wobei besonders das Rot – etwa bei Bernard Aubertin – im Fokus steht, und die „Naturlandschaften“ haben ihren Ausgangspunkt in den bunt kitschigen Bildwelten von Hubert Schmalix und den atmosphärisch dichten, nahezu abstrakten Kompositionen von Helmut Swoboda, um sich in einem breiten Parcours an malerischen Positionen diesem so beliebten Thema anzunähern. In den „Körperstudien“ dreht sich alles um die Darstellung des (menschlichen) Körpers. Die unglaubliche Bandbreite an künstlerischen Möglichkeiten markiert hier auf der einen Seite der Wiener Aktionismus, u. a. mit Aktionsfotografien von Günter Brus, auf der anderen neue Malereien von Siegfried Anzinger. Die „fantastischen Welten“ kreisen schließlich um die eigenwillige wie träumerisch ausladende Keramikskulptur von Elmar Trenkwalder und die psychedelisch ornamentale wie kraftvolle Farbigkeit von Claus Mayrhofer Barabbas’ Malereien. Ein Werk von Barabbas mit dem poetischen Titel „Der Zukunft herzlichst gewidmet III“ gibt der diesjährigen Ausstellung ihren Namen. Eine hoffentlich inspirierende Zusammenstellung, die neugierig machen und die Vielfaltigkeit der Betrachtungsweisen sowohl der Kunstwerke an sich als auch der Sammlung Liaunig verdeutlichen soll.

Gezeigt werden Arbeiten von Kurt Absolon, Josef Albers, Pierre Alechinsky, Siegfried Anzinger, Bernard Aubertin, Ona B., Elvira Bach, Josef Bachler, Claus Mayrhofer Barabbas, Josef Bauer, Herbert Boeckl, Erwin Bohatsch, Hellmut Bruch, Brigitte Bruckner, Günter Brus, Gaston Chaissac, Tony Cragg, Alfred Czerny, Josef Dobrowsky, Heinrich Dunst, Otto Eder, Anton Faistauer, Johann Fischer, Herbert Flois, Adolf Frohner, Hans Fronius, Johann Garber, Jakob Gasteiger, Roland Goeschl, Dorothee Golz, Hans Grosch, Alfred Haberpointner, Ilse Haider, Wolfgang Herzig, Rudolf Hoflehner, Friedensreich Hundertwasser, Hildegard Joos, Gerhard Kaiser, Franz Kamlander, Franz Kernbeis, Michael Kienzer, Paul Klee, Kurt Kocherscheidt, Peter Kogler, Oskar Kokoschka, Anton Kolig, Johann Korec, Arthur Kostner, Hubert Kostner, Hans Kupelwieser, Maria Lassnig, Jürgen Messensee, Josef Mikl, Joan Miró, Walter Moroder, Alois Mosbacher, Melitta Moschik, Gerhardt Moswitzer, Hermann Nitsch, Markus Oehlen, Fritz Opitz, Hubert Pfaffenbichler, Helga Philipp, Walter Pichler, Klaus Pinter, Rudolf Polanszky, Peter Pongratz, Drago j. Prelog, M. E. Prigge, Arnulf Rainer, Thomas Reinhold, Heinrich Reisenbauer, Bernhard Resch, Alois Riedl, Franz Ringel, Antonio Saura, Robert Schaberl, Hans Schabus, Roman Scheidl, Meina Schellander, Eva Schlegel, Hubert Schmalix, Werner Scholz, Rudolf Schönwald, Friedrich Schröder-Sonnenstern, Günther Schützenhöfer, Rudolf Schwarzkogler, Christian Schwarzwald, Hubert Soltys, Helmut Swoboda, Johann Julian Taupe, Elmar Trenkwalder, Oswald Tschirtner, Wolfgang Walkensteiner, August Walla, Max Weiler, Markus Wilfling und Reimo Wukounig.

Hauptausstellung „Der Zukunft herzlichst gewidmet“
Kurator: Günther Oberhollenzer 
28. April bis 31. Oktober 2019 ∙ Mi – So 10 – 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15 office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at


Sonderausstellungen

Im dreieckigen Sonderausstellungsraum wird die Ausstellungsserie Alte Freunde
mit Personalen von Wolfgang Hollegha (28.4.–28.7.) und Kurt Kocherscheidt (4.8.-31.10) fortgesetzt. Die wechselnden Ausstellungen bilden den Rahmen für die Konzerte der im letzten Jahr gegründeten Kammermusik-Reihe sonusiade.

Im Grafiktrakt steht – anlässlich seines 80. Geburtstages – der bildende Künstler, Fotograf, Kunstkritiker, Kurator und langjährige Museumsdirektor Peter Baum im Mittelpunkt, der als museologischer Berater und Kurator eng mit dem Museum Liaunig verbunden ist. 


Alte Freunde: Kurt Kocherscheidt

Die 2016 begonnene Serie „Alte Freunde“ wird von 4. August bis 31. Oktober 2019 mit
dem in Klagenfurt geborenen Künstler Kurt Kocherscheidt (1943–1992) fortgesetzt. Die
Ausstellungsreihe ist Künstlern gewidmet, die mit Herbert Liaunig seit den 1960er-
Jahren freundschaftlich verbunden sind bzw. waren. Die zu dieser Zeit entstandenen
langjährigen Freundschaften zwischen Sammler und Künstlern markieren die Anfänge
und bilden die Basis der Sammlung Liaunig: Österreichische Kunst der Gegenwart.
Die retrospektiv angelegte Personale im dreieckigen Sonderausstellungsraum des Museum Liaunig gibt einen Einblick in die künstlerische Entwicklung Kurt Kocherscheidts: Beginnend mit seinen Anfängen in den 1960er-Jahren und der Mitgliedschaft in der Künstlergruppierung „Wirklichkeiten“ (gemeinsam mit Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth, Peter Pongratz, Franz Ringel und Robert Zeppel-Sperl), führt die Ausstellung zu Arbeiten aus dem Frühwerk der 1970er-Jahre, das durch einen Aufenthalt in London (1969–1971) geprägt wurde. Eine ausgedehnte Reise durch Südamerika im Jahr 1972, als zentrale Erfahrung im Leben des Künstlers, verändert Kocherscheidts Bildsprache und seinen Zugang zur Malerei entscheidend. Den Schwerpunkt der Sonderausstellung bilden Arbeiten aus den späteren Werkphasen, die ab 1980 bis zu seinem frühen Tod im November 1992 entstanden sind.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit einleitenden Worten von Ursula Davila-Villa und Ivo Kocherscheidt sowie einem Text von Ian McKeever zum Spätwerk Kurt Kocherscheidts.

Sonderausstellung „Alte Freunde: Kurt Kocherscheidt“
4. August bis 31. Oktober 2019 ∙ Mi – So 10 – 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15 office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at 


Alte Freunde: Wolfgang Hollegha
Zum 90. Geburtstag

Anlässlich seines 90. Geburtstages würdigte das Museum Liaunig den 1929 in Klagenfurt geborenen Wolfgang Hollegha, der zusammen mit Josef Mikl zu den Pionieren der abstrakten Malerei in Österreich zählt, mit einer Ausstellung die bis Ende Juli zu sehen war. Die von Günther Holler-Schuster kuratierte Schau zeigte neben Werken aus der Sammlung Liaunig aus unterschiedlichen Schaffensphasen aktuelle Arbeiten des Künstlers, der am Rechberg in der Steiermark lebt und arbeitet.










PETER BAUM 
Archiv ∙ Bibliothek ∙ Sammlung

Die biografische Revue gibt Einblicke in die vielseitigen Interessensgebiete, Tätigkeiten und Vorlieben des Kulturjournalisten, die ihn von Jugend an faszinierten, beschäftigten und schließlich ein langes Berufsleben hindurch bis heute begleiten. Die Stichworte Archiv, Bibliothek und Sammlung fassen die Schwerpunkte der Ausstellung zusammen, auch wenn aus Platzgründen nur Stichproben aus den einzelnen Sammlungsgebieten gezeigt werden können. So umfasst seine andauernde Sammlungs-tätigkeit neben Briefmarken, Autogrammen und historischen Fotografien u. a. umfangreiche Bestände an Literatur zu moderner Kunst und Kunstgeschichte. In seinem Archiv finden sich Autografen, Korrespondenzen, Glückwunschkarten und Kleingrafiken, aber auch Ausstellungsplakate, die das Kunstgeschehen in Wien und Paris in den 1960er-Jahren abbilden, sowie seine zwischen 1962 und 1973 verfassten Kunstkritiken, Feuilletons und Berichte. Seine Tätigkeit als Galerieleiter, Museumsdirektor und Ausstellungs-kurator dokumentieren mehrere Künstlermonografien und rund 500 Ausstellungs- 
und Sammlungskataloge.

Peter Baum, der sich bereits früh für Fotografie interessierte, notiert im anlässlich der Ausstellung erscheinenden Katalog über sein Foto-Archiv: „Mit dem Photographieren begann ich als Kind, als Jugendlicher hatte ich bereits eine Dunkelkammerausrüstung, und mit Beginn meiner 1962 einsetzenden beruflichen Tätigkeit als junger  Kunst-kritiker und Kulturjournalist konnte ich auch alsbald eigene Photos bei Zeitungen und in Fachjournalen unterbringen. An Negativen und Dias sind bis heute mehr als 50.000 zusammengekommen, ausgearbeitete und archivierte Aufnahmen liegen vermutlich bei einem Zehntel dieser Zahl.“

In der Ausstellung sind neben Werken aus der Kunstsammlung von Peter Baum im engeren Sinne, Malerei, Grafik, kleinere Plastiken sowie Objekte, eine Auswahl seiner Künstler- und Jazzmusiker-Fotos aus den 1960er- bis 1990er-Jahren, und auch Malereien und grafische Arbeiten von ihm zu sehen, die zwischen 1958 und 1972 –
vor seiner Zeit als Leiter der Neuen Galerie Linz – entstanden sind. 

Sonderausstellung „PETER BAUM ∙ Archiv ∙ Bibliothek ∙ Sammlung“
28. April bis 31. Oktober 2019 ∙ Mi – So 10 – 18 Uhr
Museum Liaunig ∙ 9155 Neuhaus/Suha 41 ∙ +43 4356 211 15 office@museumliaunig.at ∙ www.museumliaunig.at 


Foto: Walter Schramm

Skulpturendepot

Skulpturale und plastische Arbeiten ab 1945 bilden einen weiteren Schwerpunkt in der Sammlung Liaunig.

2010 wurde ein rundes, nur von außen zugängliches Skulpturendepot errichtet, das durch einen aufgesetzten Kegelstumpf mit einem Durchmesser von 20 Metern und einer Raumhöhe von bis zu acht Metern die Lagerung von großen Skulpturen und Objekten ermöglicht. 2014 wurde das architektonisch spektakuläre Depot im Rahmen der Erweiterungsbauarbeiten an das Museum angebunden. 

2019 sind dort Arbeiten von Gerhardt Moswitzer, Fritz Wotruba, Peter Dörflinger, Tony Cragg und Franz Xaver Ölzant zu sehen.













Skulpturenpark 

2016 wurde mit dem weitläufigen Skulpturenpark ein Bereich geschaffen, der es ermöglicht, auch größere skulpturale und plastische Werke permanent zu präsentieren. Bei schönem Wetter lädt der Park zu einem Spaziergang und zur Auseinandersetzung mit den Werken ein, die in Beziehung zu der sie umgebenden Natur gesetzt wurden. Die Aufstellung unter freiem Himmel zeigt eine generationenübergreifende Auswahl österreichischer und internationaler Künstler von der Moderne bis zur Gegenwart.

Der Skulpturenpark kann im Rahmen eines Museumsbesuchs bei Schönwetter besichtigt werden. Bei Schlechtwetter bleibt der Park geschlossen.

Auf dem Museumsgelände sind keine Hunde erlaubt.